Ratgeber Hochzeit


Der Hochzeitstag soll sprichwörtlich der schönste Tag im Leben eines jeden Brautpaares sein.
Damit die aufwändige Planung des Festes der Liebe auch richtig gelingt, erhalten Sie hier einige nützliche Hinweise:
  1. Möchten Sie nur standesamtlich oder auch kirchlich heiraten?

    Nach deutschem Familienrecht wird die Ehe im Standesamt begründet. Die kirchliche Trauung ist insbesondere innerhalb der Glaubensgemeinschaft von Bedeutung und hat für die meisten Brautpaare die gleiche Relevanz, wie eine standesamtliche Trauung.
  2. Wählen Sie sich Ihr Standesamt und bei kirchlicher Trauung auch Ihre Kirche aus.

  3. Termin der Hochzeit

    Legen Sie frühzeitig den Termin Ihrer Hochzeit fest. Dann können Sie sicher sein, dass dem Wunschtermin beim Standesamt und der Kirche auch noch entsprochen werden kann.
  4. Kostenrahmen, Gäste

    Festlegung des zur Verfügung stehenden Etats für die Hochzeit. Entscheidung über den Ort des Hochzeitsfests Festlegung der Anzahl der Gäste Entscheidung, ob auch ein Polterabend durchgeführt wird Entscheidung über den ungefähren Ablauf des Abendprogramms
  5. Planung

    1. Aufgebot beim Standesamt bestellen Mit dem Aufgebot wurde früher eine anstehende Heirat öffentlich gemacht mit dem Zweck, dass vor Eheschließung Ehehindernisse (eine bereits bestehende Ehe eines der künftigen Ehepartner) bekannt gemacht werden kann. Heute, im Zeitalter der Digitalisierung werden eventuelle Ehehindernisse aus den Unterlagen der Ämter erkannt.

      Einzureichende Unterlagen:

      • Aufenthaltsbescheinigung des Meldeamtes
      • Beglaubigte Abschriften der Familienstammbücher (diese werden beim gemeinsamen Standesamt des Wohnsitzes der Eltern geführt und ist nicht mit dem Familienstammbaum zu verwechseln), ansonsten die Abstammungsurkunde
      • Personalausweis oder Reisepass
    2. Entscheidung, ob ein Ehevertrag beim Notar aufgesetzt werden soll
    3. Örtlichkeit für die Hochzeitsfeier und eines eventuellen Polterabends buchen
    4. Organisation des feierlichen Rahmens buchen (Speisen, Getränke, Musik, künstlerische Darbietungen)
    5. für die kirchliche Trauung zur Vorbesprechung einen Termin mit dem Pfarrer vereinbaren
    6. Gästeliste aufsetzen, Einladungskarten drucken und versenden
    7. Trauzeugen bestimmen (seit 1998 gibt es keine Verpflichtung Trauzeugen zu benennen, es können jedoch bis zu 2 benannt werden)
    8. Hochzeitsreise festlegen und buchen
    9. Hochzeitstisch im Fachgeschäft aussuchen, bzw. Geschenkeliste erstellen
    10. Kleidung für Braut und Bräutigam aussuchen
    11. Trauringe aussuchen
    12. Brautstrauß und Blumen auswählen
    13. für übernachtungswillige Hochzeitsgäste Unterkünfte buchen
    14. Friseur- und Kosmetiktermin buchen
  6. Hochzeitstag

    Bei der gewissenhaften Planung wird es sicher ein rauschendes Fest mit ausgelassen feiernden Gästen und einem glücklichen Hochzeitspaar.
  7. Erledigungen nach der Hochzeit

    1. Verabschiedung in die Flitterwochen
    2. Begleichung der Rechnungen
    3. Die Hochzeitsfotos beim Fotografen abholen
    4. Danksagungskarten drucken lassen und versenden
    5. Bekanntgabe der Namensänderung an die zuständigen Behörden für die Ausweispapiere, den Führerschein, die KFZ-Dokumente, das Finanzamt sowie bei dem Arbeitgeber, den Versicherungen, der Bank und allen vertraglich verbundenen Unternehmen.

Brauchtum rund um die Hochzeit

Polterabend

Am Polterabend wird mit dem Zerschlagen von Steingut, Blumentöpfen, Keramik, wie Fliesen, Waschbecken und Toilettenschüsseln sowie Porzellan eine gute Ehe gewünscht (Scherben bringen Glück und durch die berstenden Geräusche der zerspringenden Gegenstände werden die bösen Geister vertrieben). Sie dürfen jedoch keine Gläser und Spiegel mitbringen und zerschlagen. Nur unzersprungenes Glas steht für Glück, ein zersprungener Spiegel steht für sieben Jahre Pech. Da zukünftig das Leben zusammen auch in schwierigen Zeiten gemeistert werden muss, werden die Scherben auch zu zweit zusammengekehrt und entsorgt.
Grundsätzlich findet der Polterabend vor dem Haus der Braut statt. Der Termin wird ohne Einhaltung von Formalien bekannt gegeben, persönliche Einladungen werden, im Gegensatz zur Hochzeit, aber nicht verteilt. Somit kann jeder an dem Polterabend auch teilnehmen. Traditionelle Polterabendverköstigung ist in einigen Gebieten Deutschlands die Hühnersuppe, da das Huhn für Fruchtbarkeit steht.

Ehering

Schon die alten Römer und die Ägypter trugen den Ehering (Trauring) am Ringfinger der linken Hand. Der Brauch hat sich bis heute in unserer Gesellschaft erhalten. Der Ehering steht für Treue und gilt als das sichtbare Bekenntnis zur ehelichen Bindung. Bei der Hochzeitszeremonie werden die Ringe mit den meist gesprochenen Worten "Trage den Ring als Zeichen meiner Treue" oder "Trage den Ring als Zeichen unserer Treue" von dem Brautpaar wechselseitig angesteckt.

Brautentführung

Während des Hochzeitsfestes wird die Braut von meist engen Freunden entführt. Hierbei suchen die Entführer in kurzer Zeit mehrere Gaststätten auf und hinterlassen Getränkerechnungen, die der suchende Bräutigam (oder Brautführer) auf seinem zeitlich nach hinten versetzten Weg durch die Gaststätten zu begleichen hat. Die Wurzeln des Brauchs gehen auf das Recht der ersten Nacht zurück, das von der Obrigkeit im Mittelalter ausgeübt wurde. In Ausübung des Rechts verbrachte die Obrigkeit die Hochzeitsnacht mit der Braut. Ob es dieses Recht tatsächlich gab, ist heute nicht einwandfrei belegt.

Brautschuh

Früher sparte die Braut auf ihre Brautschuhe, die sie dann mit angesparten Pfennigen beglich. Heute wird die Rechnung der Schuhe in 1 Centmünzen bezahlt. Die Fachgeschäfte sind auf die tausenden von Münzen vorbereitet. Das erfolgreiche Ansparen der Centmünzen steht sinnbildlich für die Sparsamkeit der Braut.

Vier Sachen für die Braut

Ein Brauchtum, welche ursprünglich aus England stammt und auch bei der Hochzeit zwischen Diana Spencer und Prinz Charles Anwendung fand, hat sich in jüngster Zeit auch in Deutschland verbreitet. Hierbei hat die Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei der Hochzeit tragen.

Sinnbildlich steht

  • etwas Altes steht für das Leben der Braut vor der Ehe. Hierbei wäre ein altes Schmuckstück passend.
  • etwas Neues steht sinnbildlich für das neue Eheleben der Braut. Hier wäre das neue Brautkleid passend.
  • Etwas Geliehenes bezeichnet die Freundschaft soll eine glückliche Ehe bringen. Hier könnte sich die Braut einen Gegenstand einer glücklich verheirateten Freundin leihen
  • Etwas Blaues steht für Treue. Ein blaues Strumpfband wird hier gerne genommen.
  • Manchmal wird auch noch ein Glückspfennig in den Schuh gesteckt, der Wohlstand symbolisieren soll. Meist entfällt aber der Glückspfennig, weil er nicht immer überliefert wird.

Blumenkinder

Blumenkinder streuen traditionell beim Auszug des Brautpaares aus der Kirche Blumen auf den Weg, so dass das Brautpaar auf einem bunten Blumenmeer schreiten kann. Die Blumenkinder sind meist zwischen drei und zehn Jahre alt. Die kleinen Mädchen tragen nachempfundene Brautkleider, die ihre Blumen aus einem kleinen Körbchen heraus auf den Weg streuen. Dieser Brauch geht auf die alte heidnische Kultur zurück. Der wohlriechende Duft der Blumen soll die Fruchtbarkeitsgötter anlocken und für viele Kinder sorgen.

Brautstrauß

Ein Brautstrauß gehört zu jeder Hochzeit. Zuständig für das Besorgen des Brautstraußes ist der Bräutigam. Den Strauß wird er vor der Kirche oder während der Zeremonie in der Kirche seiner Braut übergeben. Während des Hochzeitfestes kommt es zum bekannten Brauch des Brautstraußwerfens. Hinter dem Rücken der Braut versammeln sich alle unverheirateten Frauen. Die Braut wirft den Strauss über ihren Kopf nach hinten zu den Frauen, die versuchen, ihn aufzufangen. Den Strauss zu fangen gilt als sicheres Zeichen auf eine baldige Hochzeit.

Hochzeitstorte

Die Hochzeitstorte ist der Mittelpunkt des Kuchenbuffets. Die Torte ist meist mehrstöckig aufgebaut und mit Zuckerguss und Marzipan reichlich verziert.
Die klassischen Verzierungen sind den Hochzeitsmotiven nachempfunden wie Herzen, Rosen oder Ringe. Auf der Spitze der Hochzeitstorte stehen häufig zwei kleine Figürchen aus Marzipan, die das Brautpaar darstellen.
Fester Brauch der Zeremonie ist es, dass die Torte zusammen angeschnitten wird. Damit wird das Kuchenbuffet eröffnet. Der Volksmund sagt, dass die Brautperson, die beim gemeinsamen Anschneiden die Hand oben hat, auch später in der Ehe das Sagen hat.
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